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Unternehmensanalyse
Viele Unternehmen wachsen ohne effiziente Kontrollinstrumente schneller und schneller bis sie schließlich vom eigenen Schwung erschlagen werden. Die heutigen Anforderungen an die Unternehmensführung verlangen zwingend fundierte Entscheidungsgrundlagen. Auch beim gut entwickelten Rechnungswesen ist es notwendig, die einzelnen Ergebnisse mittels Kennzahlen zu beurteilen.
Kennzahlen sind für eine verantwortungsbewusste Unternehmensführung unerlässlich. Durch die Anwendung eines Kennzahlensystems werden absolute Zahlenwerte, die für sich wenig auszusagen vermögen, miteinander in Beziehung gesetzt. Die Kennzahlen sollen überschaubar über die betrieblichen Sachverhalte informieren. Wenn die Kennzahlen als Führungs- und Frühwarnsystem effizient greifen sollen, müssen die maßgeblichen Zahlen aktuell sein. Dies bedingt, dass das Unternehmen über ein aktuelles Finanz- und Rechnungswesen verfügt und monatlich eine Bilanz und Erfolgsrechnung erstellt.
Es existiert eine Unmenge von betriebswirtschaftlicher Fachliteratur, die sich mit den kompliziertesten Kenzahlensystemen auseinandersetzt. Die Kunst des Kennzahlensystems besteht darin, mit den wenigen Kennzahlinformationen die richtigen Entscheidungsgrundlagen zu liefern. Der qualitative Gehalt der gewählten Kennzahlen ist dem quantitativen Moment vorzuziehen.
Es empfiehlt sich, maximal 10 Kennzahlen zu ermitteln und diese so auszuwählen, dass sie:
▪ rasch verfügbar sind (aktuelle Zahlen)
▪ ein gutes Bild über den Geschäftsgang vermitteln
▪ den unternehmensspezifischen Gegebenheiten und Bedürfnissen dienlich sind
▪ nur zentrale Größen einbezogen werden (unbedeutende Zahlen weglassen)
▪ über mehrere Perioden vergleichbar sind
Die Kennzahlen lassen sich wie folgt aufgliedern:
Kennzahlen aus der Bilanz
▪ Ermittlung der Vermögensstruktur
▪ Ermittlung der Kapitalstruktur
▪ Ermittlung des Deckungsgrades der Anlagen
▪ Ermittlung der Liquidität
▪ Ermittlung der Umschlagshäufigkeit von Vermögensanteilen
Kennzahlen aus dem betrieblichen Leistungsprozess
▪ Ermittlung der Rentabilität
▪ Ermittlung der Produktivität
▪ Ermittlung der Wirtschaftlichkeit
Liquiditätskennzahlen
Die wichtigste Kennzahl, insbesondere für Neuunternehmer, ist die Liquidität. Denn ohne Geld geht gar nichts, das Unternehmen verliert seinen Schwung und bricht schließlich zusammen. Viele potenziell gesunde Unternehmen und insbesondere auch renditestarke Unternehmen sind als Folge von Finanzierungsfehlern und Illiquidität von der Bildfläche verschwunden.
Rentabilitätskennzahlen
Unter der Rentabilität versteht man das Verhältnis zwischen dem erzielten Erfolg und dem hierfür eingesetzten Kapital, wobei als Erfolg der Überschuß des Ertrages über den Aufwand verstanden wird. Die Rentabilität bringt somit die finanzielle Ergiebigkeit der Geschäftstätigkeit in einer Verhältniszahl zum Ausdruck.
Cash-Flow
Der Cash-Flow ist der eigentliche Gradmesser für die Beurteilung der Finanz- und Ertragskraft eines Unternehmens und somit die zweckmäßigste Kennzahl der Existenzsicherung. Als Cash-Flow bezeichnet man die Differenz zwischen liquiditätswirksamen Ertrag und liquiditätswirksamen Aufwand.
Der Cash-Flow ist ein Indikator dafür, ob die selbst erarbeiteten Mittel aus der Betriebstätigkeit ausreichen, um den Fortbestand des Unternehmens aus eigener Kraft zu sichern. Der Cash-flow gibt Auskunft über die Ertrags- und Selbstfinanzierungskraft und zeigt auf, welche Investitionen ohne Fremdfinanzierung getätigt werden können und innerhalb welcher Zeit das Fremdkapital zurückbezahlt werden kann.
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